Der Zehntring der alten Pfarrei Nachtsheim, festgestellt von Erzbischof Hetti in den Jahren 816 bis 847, umfasste auch das Gebiet der jetzigen Pfarrei Langenfeld. Der Ort kam 1052 an das Erzstift Trier. Als Pfarrei erscheint Langenfeld 1330 in der Taxa generalis. Kollatoren (diejenigen, die das Recht zur Besetzung des Kirchenamtes hatten) waren die verschiedenen Lehensträger, zuletzt der Erzbischof selbst. 1554 wurde Graf Dietrich von Manderscheid-Schleiden, Inhaber der Herrschaft Virneburg, belehnt, aber am 6. Mai 1574 löste Erzbischof Jakob III. v. Eltz das Kirchspiel Langenfeld von dem Grafen von Manderscheid- Schleiden wieder ein. Die von de Lorenzi vertretene Behauptung, letztere Herrschaft habe in Langenfeld die Reformation einzuführen versucht, entbehrt darum jeder Stütze, ist vielmehr ganz unwahrscheinlich, da Dietrich V. als guter Katholik starb, und noch im Todesjahr des Grafen Dietrich V. (gest. 1560) der Kölner Weihbischof in Schleiden predigte und firmte. Erst Dietrich VI. fing 1585 seine Reformbestrebungen an, zu einer Zeit, wo Langenfeld längst wieder im Besitz von Kurtrier war. Die Pfarrei gehörte zum Landkapitel Ochtendung des Erzbistums Trier. Nach dem Verzeichnis der Pfarreien des Dekanates Ochtendung von 1570 waren Filialen der Pfarrei die Orte Acht (1110 Akada genannt), Arft, Netterhöfe und Langscheid, später kamen St. Jost und Welschenbach hinzu. 1802 bis 1824 unterstand Langenfeld als Sukkursalpfarrei des Kantons Virneburg dem Bischof von Aachen.
Pfarrkirche: Eine erste Pfarrkirche, die nach dem Baubefund in gotische Zeit zurückreicht, wird zuerst in der Taxa generalis um 1330 und dann in einer Urkunde von 1337 erwähnt. Als Kirchenpatron erscheint nach einer Glockeninschrift 1480 St. Quirinus. Da das Bauwerk sich in einem schlechten baulichen Zustand befand, erfolgte im Jahr 1704 ein Neubau des Chores, bei dem Teile der vorangegangenen, wahrscheinlich spätgotischen Kirche Verwendung fanden.
Damit war der ganzen Anlage noch nicht gedient. Bittbriefe gingen nach Trier, der Bischof möge als Zehntherr eine neue Kirche bauen. Die Bittschriften des Pastors, des Schultheißen und der Schöffen fanden Erhörung. Am 16.4. 1766 wurde der Baumeister Seiz in Ehrenbreitstein beauftragt, die Kirche zu besichtigen und zu berichten, ob ein Neubau nötig sei. Daraufhin reicht der Baumeister Seiz am 24.3. 1767 den Plan ein. Nach diesem blieb der Chor stehen, die Schiffsmauern wurden bis zum halben Boden abgebrochen. So wurde dann das Langhaus, 9,50 m lang und 7,80 m breit, einschiffig, mit 2 Jochen rundbogiger Fenster und Strebepfeilern aus Tuffquadern 1767/68 erbaut. Die so gestaltete Kirche diente über 130 Jahre als Pfarrkirche. 1735 war der Zustand der Kirche gut; 1830 war die Kirche niedlich, aber zu klein, die Emporkirche ging über die halbe Kirche vor; 1869 war der bauliche Zustand noch gut, doch beengte die Räumlichkeit. Alles drängte auf eine Lösung der Raumfrage hin. Schon 1840 waren Pläne zum Neubau einer Kirche vorgelegt und Baufondsgründungen angestrebt worden. Trier hatte zustimmend geantwortet. Doch erst 1884 trat der Mann in Erscheinung, der die Pläne verwirklichte.
(Literatur: de Lorenzi II 70; Fabricius II 163; Kd Mayen 278-80; 460; Pfarrbücher ab 1804;die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen,1941; Handbuch des Bistums Trier, 1952)

