Hochschule Koblenz hilft, die Kirche im Dorf zu lassen:Wie kann ein Kirchengebäude auch außerhalb von Gottesdiensten zu einem lebendigen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft werden?

Kirche als Ort des Alltags

Bei sommerlich heißen Temperaturen bot das angenehm kühle Kirchenschiff den passenden Rahmen für die Veranstaltung. Bei Kaffee, Kuchen, Waffeln und kühlen Getränken konnten sich die Besucherinnen und Besucher über den aktuellen Stand des Projekts informieren und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.Markus Hilger und Mechthild Peters eröffneten den Nachmittag mit nachdenklichen Impulsen und einem musikalischen Beitrag. Sie machten deutlich, warum das Projekt ins Leben gerufen wurde und welche Ziele damit verfolgt werden.Immer weniger Kirchen im ländlichen Raum werden regelmäßig für Gottesdienste oder andere liturgische Feiern genutzt. Viele Gebäude stehen einen Großteil der Zeit leer oder bleiben sogar verschlossen. Das Projekt „kirchRAUMpilot*innen“ möchte dieser Entwicklung entgegenwirken. Ziel ist es, die Kirche von einer reinen „Anlasskirche“ zu einer „Alltagskirche“ weiterzuentwickeln – einem Ort, der das Dorfleben bereichert und vielfältig genutzt werden kann.
Gleichzeitig soll das Kirchengelände als ortsprägender Mittelpunkt neu belebt werden. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort entsteht ein langfristiges und tragfähiges Nutzungskonzept, das den Erhalt der Kirche in Kirchwald sichern soll.
Unterstützung durch Bistum, Hochschule und Verbandsgemeinde

Das Projekt kirchRAUMpilot*innen wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) gefördert. Getragen wird es im Verbund von der Hochschule Koblenz, dem Bistum Trier und der Verbandsgemeinde Vordereifel.
Es wurden engagierte Personen in 12 Kirchorten der Vordereifel gesucht, die bereit sind, neue Wege für ihre Kirchengebäude zu entwickeln. In Kirchwald fanden sich engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihre Ideen sammelten, und daraus ein Konzept entwickelten.
Dieses überzeugte sowohl den Verwaltungsrat als auch die Pfarrgemeinde. Ein wichtiger Baustein ist dabei die finanzielle Förderung, die die Umsetzung neuer Ideen in einer einjährigen Probephase ermöglicht.
Bereits heute ist der Kindergarten Mäuseturm Projektpartner und nutzt die Kirche für verschiedene Angebote. Auch das Café plus ging erstmals an den Start. Darüber hinaus sind alle Vereine, Gruppen und Initiativen eingeladen, eigene Ideen einzubringen und den Kirchenraum mit Leben zu füllen.
Tauschen, teilen und schenken
Ein Beispiel dafür, wie Kirche zum Ort der Begegnung werden kann, war der während der Veranstaltung organisierte Tauschmarkt des Teams St. Dionysius. Unter dem Motto „Fair-schenken, Fair-teilen und Fair-tauschen“ konnten Besucherinnen und Besucher gut erhaltene Gegenstände mitbringen, tauschen oder verschenken.
Die Aktion stärkte nicht nur das Miteinander im Ort, sondern setzte auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. So wurde deutlich, dass künftig nicht nur der Kirchenraum geteilt werden soll, sondern auch Ideen, Begegnungen und Dinge des täglichen Lebens.
Ein Ort mit Zukunft
Die Pfarrkirche St. Dionysius blickt auf eine rund 120-jährige Geschichte zurück. Damit sie auch in Zukunft ein lebendiger Mittelpunkt des Dorfes bleibt, braucht es Menschen, die bereit sind, neue Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Das Projekt „kirchRAUMpilot*innen“ möchte hierfür die Grundlage schaffen – damit die Kirche auch künftig im Dorf bleibt.
